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23.01.2020

Aktuelle Spendenaktion unterstützt Projekte gegen Alterseinsamkeit

Spielt sie acht Jahren zusammen: Die Mundharmonikagruppe. Sie ist eine von vielen Gruppen des Netzwerk. (Bild Stephan Everling)

Kostenloses Angebot vernetzt ältere Menschen an Urft und Olef

Wenn es um das Thema Alterseinsamkeit geht, dann können die Senioren im Oleftal eigentlich getrost weghören. Denn seit vielen Jahren trägt das „Netzwerk an Urft und Olef“ dazu bei, dass zumindest in unserer Region aus dem Nebeneinander ein Miteinander wird, indem es Menschen der Generation 55+ miteinander verbindet.

Wie die acht Leute, die sich seit acht Jahren treffen, um mit ihren Mundharmonikas zu musizieren. „Wir kriegen auch im- mer wieder Anfragen, unsere Lieder zu spielen“, sagt Walter Knipp, der die Zusammenkünfte organisiert. So würden sie, wie jedes Jahr, auch an diesem 22. Dezember im Altenheim in Kall spielen. „Wie die älteren Leute sich dann freuen – ach, ich bin ja auch älter“, sagt er und lacht. Für Corinne Rasky ist die Mundharmonikagruppe nur eines von vielen Beispielen, wie gut das Netzwerk funktioniert. Seit achteinhalb Jahren hat sie die Fäden in der Hand, wie sie selbst ihre Tätigkeit beschreibt. „Das ist viel Logistik und viel Gespräch“, sagt sie. 1000 Namen umfasst derzeit Raskys Adresskartei, von denen rund die Hälfte aktiv sei. 34 verschiedene Gruppen existieren zur Zeit mit ganz verschiedenen Schwerpunkten: Da gibt es Patchwork, Doppelkopf, Schach oder Skat, Schwimmen oder auch eine Hunderunde. Und auch die Internationale Volkstanzgruppe, die Hilde Knaak ins Leben gerufen hat, gehört dazu. „Wir haben vor sieben Jahren mit sechs Leuten angefangen, jetzt haben wir 17“, sagt sie. Dabei seien richtige Freundschaften entstanden. Von 60 Jahre bis über 80 seien die Tänzer alt.

„Die Idee hat voll eingeschlagen“, so Knaak. Die Gruppe sei ein wirksames Mittel gegen die Einsamkeit im Alter. Schicksalsschläge trage die Gemeinschaft mit. „Eine Frau war krebskrank, die haben wir nie losgelassen“, beschreibt sie den Zusammenhalt.

Ähnlich zusammengefunden habe sich die Englisch-Gruppe, erzählt Barbara Bornes. „Wir reden dort nur Englisch, egal, wie gut das jemand kann, Hauptsache, reden“ sagt sie. Sie gebe ein Thema vor, anschließend gebe es eine Diskussion. Mal gehe es um Reisen, dann wieder um Gesellschaftspolitik. „Manche haben nur wenig Englischkenntnisse und kommen trotzdem“, so Bornes. Es sei wichtig, dass auch neue Leute mit neuen Ideen kommen, erläutert Rasky. Nur so blühe das Netzwerk und bleibe jung. Eine feste Struktur gebe es allerdings nicht, es sei schließlich kein Verein. „Jeweniger Bindung, desto mehr Bindung“, beschreibt sie das Konzept. Die Leute kennen sich und passten aufeinander auf, erklärt Rasky. Das gebe Geborgenheit. „Ich tue etwas für mich und deshalb auch für andere“, so die Leiterin des Netzwerks.

Die verschiedenen Veranstaltungen finden in der Hellenthaler Hauptschule sowie in Kall, Schleiden und Gemünd in den jeweiligen evangelischen Gemeindehäusern statt. Tagesaktuell werden die Termine auch auf der Internetseite des Netzwerks bekannt gegeben. Die Teilnahme an sämtlichen Gruppen ist kostenlos.

AUF SPENDEN ANGEWIESEN

„Die Teilnahme ist kostenlos, aber das Netzwerk verursacht Kosten“, so der Schleidener Pfarrer Erik Schumacher. Er ist im Kuratorium der Stiftung für Kirche und Diakonie, die das Netzwerk finanziell unterstützt. 

Zwölf „Hoffnungsorte“ hat die Stiftung im Kirchenkreis Aachen herausgearbeitet, die derzeit unterstützt werden. Darunter ist neben dem „Netzwerk an Urft und Olef“ und auch der Hospizdienst in Monschau. 

2007 wurde die Stiftung gegründet, seitdem seien rund 1,2 Millionen Euro Spenden eingenommen worden, so Theresa Tarassova, Pressesprecherin der Stiftung. „Wir wollen weitere Projekte, aber auch weitere Sponsoren finden und würden uns über viele Spenden freuen“, so Pfarrer Schumacher.
 

Diesen Artikel von Stephan Everling ist am 11. Dezember 2019 im Kölner Stadtanzeiger erschienen und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

 

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Spendenkonto:

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