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Erfolgreiches Programm: 100 Computer mit Sprachlernsoftware im Einsatz

Stiftung für Kirche und Diakonie finanziert das Projekt aus Spendenmitteln

Dass Sprache der Schlüssel zur Integration ist, zeigt sich im Deutschkurs auf Kalverbenden: Innerhalb weniger Wochen haben die jungen Männer, die hier in der Flüchtlingsunterkunft leben, große Fortschritte gemacht. Seit Februar lernen die Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Iran und Irak mit der Lernsoftware "Rosetta Stone" Schritt für Schritt die deutsche Sprache.

Derzeit fördert die Evangelische Stiftung für Kirche und Diakonie gezielt Sprachkurse für Flüchtlinge. In der Adventszeit hatte die Stiftung zu Spenden aufgerufen, um Kirchengemeinden und Initiativen im Kirchenkreis für Computer mit der Lernsoftware Rosetta Stone zur Verfügung stellen zu können – mit großem Erfolg. „Genau 100 Lizenzen für Rosetta Stone haben wir bisher erworben, auf gespendeten Geräten installiert und sie Kirchengemeinden und Initiativen an ca. 20 Stellen im Kirchenkreis Aachen zum Sprachenlernen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt,“ zieht Pfarrer Martin Obrikat, Vorsitzender der Stiftung, ein Zwischenbilanz. „Die Resonanz ist hervorragend.“

Wie gut das Programm funktioniert, kann man in der Unterkunft Kalverbenden sehen. Im Vormittagskurs sind Vater und Sohn der Familie Ketto aus dem Irak und zwei Brüder aus Syrien, Abdulrazak und Amad, dabei. Sorgfältig führen sie ihr Vokabelheft. Und natürlich gibt es auch Hausaufgaben, die der Vertiefung des vormittags erlernten Stoffes dienen. An vier Laptops können auf Kalverbenden Schüler in drei Schichten am Tag arbeiten. Betreut werden sie von Daniel Sielbermann aus Argentinien und Marivee Claros aus Spanien. Die beiden jungen Helfer bringen viel Einfühlungsvermögen und vor allem auch eine Menge Spaß für ihre Tätigkeit mit. Die Atmosphäre ist locker, aber natürlich mit der notwendigen Konzentration.

Ein Stück neue Heimat

Mit der Lernsoftware Rosetta Stone lernen Flüchtlinge selbstständig und auf der Höhe der Zeit. Ehrenamtliche begleiten sie als Kontaktperson und Gesprächspartner. Einheiten und Lektionen bauen aufeinander auf. Im Mittelpunkt stehen praktische, lebensnahe Begriffe und Redewendungen, eben all das was man benötigt, um möglichst schnell den Alltag im neuen Heimatland angehen zu können. Über Kopfhörer können die Schüler Textbeispiele hören und nachsprechen, die Spracherkennungssoftware korrigiert und verbessert die Aussprache. So kommt der Lernende schnell ins Reden und Hemmschwellen zur Verwendung der neuen Sprache werden abgebaut.

Von guten Erfahrungen berichtet auch Karin Blankenagel, Leiterin der Evangelischen Familienbildungsstätte im Martin-Luther-Haus. „Für die Flüchtlinge ist es wichtig, hier Anschluss und Geborgenheit zu finden. Das soziale Miteinander im Alltag gibt ihnen viel, hilft gerade den Jüngeren, ein Stück neue Heimat fernab der Familie zu finden.“ Im Martin-Luther-Haus gibt es schon lange Sprachkurse. Im Selbstlernzentrum, das von der Ev. Stiftung für Kirche und Diakonie ausgestattet wurde, sind momentan vier Standgeräte mit dem Sprachlernprogramm Rosetta Stone bespielt. „Damit werden schnelle Erfolge erzielt“, erzählt Blankenagel aus ihren bisherigen Erfahrungen im Umgang mit den Sprachschülern. Vor allem solche Flüchtlinge mit hohem Bildungsabschluss und Frauen würden gerne selbstständig lernen. „Zwei Flüchtlingsfrauen aus der gegenüberliegenden Unterkunft lernen seit einiger Zeit mit der Software. Sie können nicht regelmäßig in einer normalen Gruppe am Deutschkurs teilnehmen. Für sie und viele andere in ähnlicher Situation ist es angenehmer, allein lernen zu können“, erklärt Blankenagel.

Sprachkurse schaffen Zukunft

Es sind gerade die Flüchtlinge, die in offiziellen Integrationskursen noch keinen Platz bekommen haben, die die Sprachkurse im Martin-Luther-Haus besuchen. Der Wille der meisten neuen Mitbürger, die deutsche Sprache zu erlernen, sei groß. Dabei hilft das Martin-Luther-Haus als ein Ort der Begegnung, an dem momentan rund 200 Flüchtlinge allen Alters fleißig Vokabeln lernen. „Der fortlaufende Austausch hier bei uns schafft über den Lernprozess hinaus eine Integration, gibt den Teilnehmern eine Zukunftsperspektive“, freut sich Blankenagel.

Weiterhin sind Spenden für das Sprachenlernen der Flüchtlinge herzlich willkommen. Eine Lizenz für das Sprachlernprogramm auf einem Computer kostet etwa 100 Euro, fünf Flüchtlinge können daran lernen. Spendenkonto der Evangelischen Stiftung für Kirche und Diakonie, IBAN DE96 3905 0000 1071 6028 64, BIC AACSDE33XXX Sparkasse Aachen oder online unter www.kirchenstiftung.de

(Text: Nina Krüsmann / Martin Obrikat, Fotos: Nina Krüsmann)

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