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Der Hoffnungsort Feuervogel. Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Bild: Gerti G., photocase

Vom Geheimnis zur Hilfe

Verleugnung, Geheimhaltung und Schuldfragen gehören zum Alltag von Kindern, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen. Ihr Leben ist von dem Tabu geprägt, dass ein Elternteil oder beide durch die Suchterkrankung unberechenbar sind. Die betroffenen Mädchen und Jungen werden vernachlässigt, erfahren ein instabiles Zuhause und oft auch psychische und physische Gewalt. Sie müssen zu früh zu viel Verantwortung übernehmen und überspringen dadurch wichtige Entwicklungsschritte. „Feuervogel“ ist ein Angebot der Suchthilfe Aachen. Hier werden Kinder aus suchtbelasteten Familien speziell betreut. In altersgerechten Gruppen können die Kinder einmal wöchentlich mit Gleichgesinnten und Experten über das Familiengeheimnis sprechen, das Tabuthema auflösen und verarbeiten. „Meist mangelt es den Kindern nicht an materieller Zuwendung. Vielmehr fehlt ihnen das Gefühl, Kind sein zu dürfen und die Erfahrung, dass sie nicht allein mit ihrem Problem sind“, beschreibt Mitarbeiterin Marie Gurr die Situation.

Viele sind betroffen

Bild: Ingeborg Rüthers

In Deutschland leben rund 2,6 Millionen Kinder unter 18 Jahren mit mindestens einem alkoholabhängigen, weitere 40.000 bis 60.000 Kinder mit einem drogenabhängigen Elternteil. Allein in Aachen leben über 6.700 Kinder und Jugendliche in einer Familie mit mindestens einem suchtkranken Elternteil, wie „Feuervogel“-Mitarbeiter Matthias Soppe verdeutlicht. Diese Zahlen verursachen eine Gänsehaut, denn neben den oben genannten schwierigen Lebensbedingungen tragen rund 50 Prozent dieser Kinder das Risiko in sich, später selber seelisch zu erkranken. Rund 50 Prozent von ihnen werden später selbst suchtkrank. Kinder suchtkranker Eltern sind damit die größte bekannte Risikogruppe zur Entwicklung einer eigenen Suchterkrankung.

Bei „Feuervogel“ wird über die Gruppenarbeit hinaus ein Netzwerk geknüpft und weitere Hilfen vermittelt, um so der eigenen Sucht- oder psychischen Erkrankung der Kinder vorzubeugen und die Situation zu Hause zu stabilisieren. Auch die Familien werden parallel betreut. Die Therapeuten arbeiten mit den Eltern an ihrer Erziehungskompetenz - und das bereits ab der Schwangerschaft. Auch Multiplikatoren, wie Erzieherinnen, Lehrer oder Hebammen, können sich an „Feuervogel“ wenden. Für sie gibt es eine spezielle Beratung und Schulungen. Feuervogel bietet damit einen aktiven Beitrag zur Prävention und Frühintervention, damit die Aussichten auf eine gesunde Entwicklung der Kinder erhöht werden.

Ausflüge und Kurse

Neben den wöchentlichen Treffen ist es den Mitarbeitern ein Anliegen, den Kindern unvergessliche Erlebnisse zu ermöglichen. Ausflüge in die Eifel, zu den Aachener Kurpark Classix, ein Kalligrafie-Kurs oder ein Besuch beim Internationalen Reitturnier CHIO in der Aachener Soers sind für die betroffenen Kinder einmalige Höhepunkte. Gemeinsames Kochen, ein Beauty-Tag für die Mädchen und die Feier der Geburtstage der Kinder im würdigen Rahmen gehören zum Angebot. „So erfahren die Kinder Wertschätzung, positive Bestätigung und tun sich selbst etwas Gutes“, erklärt Gurr. Momentan gibt es eine Jungengruppe, eine Gruppe für Mädchen und zwei gemischte Gruppen für Kinder im Grundschulalter. Eine Gruppe hat jeweils sechs Plätze und wird von zwei Fachkräften geleitet. So kann eine individuelle Betreuung gewährleistet werden. Rund ein Drittel der Teilnehmer kommt aus der Städteregion Aachen.

Um diese wichtige Arbeit zu leisten, ist die Einrichtung über die Sockelfinanzierung durch die Jugendämter hinaus auf Spenden angewiesen.

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Kontakt zu Feuervogel

Monheimsallee 71
52062 Aachen

Telefon 0241/41360840

Internet www.suchthilfe-aachen.de

Evangelische Stiftung für Kirche und Diakonie im Kirchenkreis Aachen

Geschäftsstelle:
Frere-Roger-Str. 2-4
52062 Aachen
Frau Hackländer
Tel.: 0241-4010352

Spendenkonto:
DE96 3905 0000 1071 6028 64
BIC: AACSDE33XXX